Die Bilder der Malerin zeigen auf den Ersten Blick Farbflächen, die aus dem Malprozess entwickelt sind. Dieser Prozess entwickelt sich "formlos" (Informel), ohne einen vordergründig ersichtlichen Bildaufbau, ausgelöst durch psychische Spannungen und tieferliegenden emotionalen Befindlichkeiten. Farbe wird dabei in einem ganz konkreten Sinn als Materie bewußt, vor allem in den Arbeiten, in denen der Pigmentcharakter der Farbe dominiert und spürbar wird.
Prof. Dr. Josef Walch, 1993

So abstrakt die Arbeiten von Gitta Kohls auf den ersten Blick wirken, geht die Künstlerin doch von dem Gesehenen und Erlebten aus und setzt dies künstlerisch um.
Auf ihren Farblandschaften entwickeln sich zeichnerisch lineare Spuren, die das im spontanen Malakt Entstandene zu fassen suchen. Der gestalterische Prozeß erfolgt in einer leisen, tastenden Annäherung. Zunächst angedeutete Linien werden immer gestischer, energischer, rhythmischer und lassen Figuren entstehen, die auf Körperfragmente verweisen. So sind denn die Menschen, die sich aus dem abstrakten Farbauftrag herauskristallisieren, lediglich Andeutungen, teilweise von Zeichenstift umrissen und hervorgehoben. Alle sind gesichtslos, besitzen jedoch durch ihre knieende, gebeugte, sitzende oder liegende Haltung eine bemerkenswerte Ausdruckskraft. Schemenhaft treten sie aus der kompakten Farbharmonie hervor, regen die Gedanken an, treiben sie fort zu immer neuen Interpretationen.


Künstlereditionen


Das Künstlerbuch, "Die wiederentdeckte Insel", enthält eine Radierung von Gitta Kohls und einen poetischen Text des Dichters Luciano Menetto.
Die Originaledition ist 2003 in einer limitierten Auflage von 35 Exemplaren handgebunden und handgedruckt. Herausgeber: "Centro Internationale della Grafica", Venedig.


Auf "Reisen mit Marco Polo", ein handgebundenes Buch, ist 2005 zur gleichnamigen Ausstellung in der Galerie Venezia Viva, in limitierter Auflage, erschienen.